New Work: So arbeitet die Zukunft


Die Digitalisierung unserer Prozesse nimmt uns im Arbeitsalltag viele Aufgaben ab. Die anstehende Arbeit braucht den Menschen nicht mehr so, wie sie es noch vor einem Jahrzehnt getan hat. Viele Aufgaben verrichten Computer sogar besser, genauer und effizienter als der Mensch selbst. Diese Tatsache führt immer mehr dazu, dass wir das Thema Arbeiten neu denken; den Sinn hinterfragen. Wofür brauchen wir die Arbeit, wenn sie uns nicht mehr braucht? Wie können wir unser Potenzial voll nutzen und sinnstiftende Arbeit leisten?
Genau darum geht es bei New Work.

Keine Hierarchien, mehr Freiraum zur persönlichen Entfaltung, Home-Office und flexible Strukturen – So sieht die Arbeitsweise der Zukunft aus. Seit einigen Jahren macht unsere Arbeitswelt einen regelrechten Kulturwandel durch. Unter Begriffen wie Arbeitswelt 4.0 oder New Work, sollen starre Prozesse und Hierarchien radikal abgeschafft werden, um mehr Raum für Innovation und Kreativität zu schaffen. Um bei dieser Transformation der Arbeitswelt nicht zurückzubleiben, müssen Unternehmen und vor allem Führungskräfte alte Strukturen hinterfragen, auflösen und „Arbeit“ insgesamt neu denken.

Aber kann eine Führung ohne Hierarchie funktionieren? Und wenn ja, wie?

New Work: Eine Einführung

Ihr denkt beim Stichwort New Work an Sitzsäcke im Konferenzraum oder Führungskräfte in T-Shirts und Turnschuhen? Nun ja, so falsch liegt Ihr da nicht. Aber die neue Arbeitskultur bedeutet mehr als nur ein hippes Büro. So folgt der neue Arbeitstrend Grundsätzen wie Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe einer Gemeinschaft. Die gewohnte Top-Down Organisation (Führungskraft delegiert, Mitarbeiter führt aus) rückt dabei komplett in den Hintergrund. Es geht um Mit- und, Selbstbestimmen und Kommunikation auf Augenhöhe.

Bei New Work geht es also nicht mehr darum Aufgaben einfach nach Plan und Stechuhr abzuarbeiten. Es geht darum, etwas sinnstiftendes zu tun. Die Arbeit soll Spaß machen und das eigene Potenzial voll ausgeschöpft werden. Damit das realisiert werden kann, sind folgende Rahmenbedingungen essenziell:

  • Einfache, kurze Entscheidungswege
  • Flexible, projektbasierte Arbeit mit kurzfristigen Zielen
  • Flache bis keine Hierarchien
  • Weniger Routine-Aufgaben
  • Persönlicher und räumlicher Freiraum

New Work vs. Old Work

Als Marketingverantwortliche eines Start-Ups sind flache Hierarchien und flexible Arbeitszeiten für mich vollkommen normal. Unser Team besteht aus 15 innovationsgetriebenen Mitarbeitern, jeder hat seinen eigenverantwortlichen Aufgabenbereich. Ich liebe die selbst-organisierte und größtenteils eigenverantwortliche Arbeit, weil sie mir unglaublich viel Freiraum und Handlungsspielraum bietet. Sie bedeutet aber auch viel Verantwortung. Neue Lösungswege finden und Dinge allein entscheiden, stellt mich und meine Kreativität dabei immer wieder vor sinnvolle Herausforderungen, die mich daran erinnern, niemals stehen zu bleiben.

Das komplette Konträr zur freiheitsliebenden Start-Up Mentalität habe ich in einem mittelständischem Konzernunternehmen kennengelernt. Klare Strukturen, Arbeiten nach Stechuhr, Hierarchien und routinierte Arbeitsabläufe haben den Arbeitsalltag geprägt. Auch wenn dies sicher bequem war, weil wenig Verantwortung tragen zu müssen nun mal bequem ist, hat es mich ab einem gewissen Punkt intellektuell nicht mehr gefordert. Ich brauchte frische Luft und das Gefühl etwas für mich Sinnvolles zu tun. Wo wir wieder beim Grundgedanken von New Work sind.

New Work braucht New Leadership

Mehr Coaching und weniger Ansage lautet die Devise.
Damit New Work erfolgreich in unseren Arbeitsalltag etabliert werden kann und alte Strukturen abgeschafft werden können, müssen wir auch Führung neu denken. Hinter dem New Work Konzept steht die berechtigte Annahme, dass „Old-Work-Leadership-Modelle“ in einer sich immer mehr digitalisierenden Arbeitswelt nicht mehr den gewünschten Effekt haben. Wer also Goodbye zu alten Strukturen sagen will, muss auch Goodbye zum alten Führungsstil sagen. Aber wie funktioniert die Führung ohne Hierarchie?

Wir haben ein paar Tipps für Euch:

1) Mehr Coaching, weniger Ansage

Manager sind längst nicht mehr alleinige Entscheider, sondern fungieren eher als Coach, Mentor oder Sparring Partner, die dem Team jederzeit beratend zur Seite stehen. Sie delegieren nicht einfach Aufgaben, sondern motivieren und inspirieren ihr Team. Authentisch sein, Schwächen zulassen und Vertrauen stiften – all dies sind Grundsätze von New Leadership. Die Kunst hierbei ist es, trotzdem über die Dinge Bescheid zu wissen, an denen die Mitarbeiter arbeiten. Das gelingt indem Arbeitsprozesse transparent abgebildet werden.

2) Kommunikation auf Augenhöhe fördern

Manager, die sich als Alleinentscheider in ihrem Top-Down-Modell wohl und sicher fühlen, müssen jetzt ganz stark sein. Denn gerade die Kommunikation auf Augenhöhe ist ein zentraler Grundsatz von New Leadership. Das bedeutet, dass der Manager von morgen nicht mehr nur als Befehlsgeber fungiert, sondern seinem Team die Möglichkeit zur Partizipation an Entscheidungsprozessen gibt. Vertrauen, Authentizität und die Chance, Fehler machen zu dürfen sind hierbei entscheidende Grundsätze.

3) Fehler als Chance zur Weiterentwicklung

Wer keine Fehler machen darf, will nach einem genauen Fahrplan arbeiten. Und wer nach einem genauen Fahrplan arbeitet, ist nicht kreativ. Damit New Work funktioniert, muss eine Atmosphäre geschaffen werden, die Fehler erlaubt und sie als Chance zur Weiterentwicklung wahrnimmt. Auch Manager sind nicht unfehlbar. Sie können als gutes Vorbild vorangehen, indem sie sich Fehler eingestehen und gemeinsam Strategien entwickeln, um diese zukünftig zu vermeiden.

4) Mitarbeiterpotenzial fördern und gezielt einsetzen

Das größte Potential jedes Unternehmens sind zweifelsfrei die Mitarbeiter. Deswegen müssen Manager die Stärken jedes einzelnen Teammitgliedes identifizierenfördern und einsetzen, indem sie ihnen entsprechende Projekte zuteilen. Mitarbeiter, die sich in ihren Stärken gesehen fühlen und diese gewinnbringend einsetzen können, sind motiviert. Gelingt ihnen dies, beeinflussen die Leader von Morgen den Erfolg von Projekten wie niemand anderes.

5) Ein gutes Wort ist nie verschenkt

Ganz wichtig, aber oft unterschätzt: Lob. Nichts ist motivierender als ein gutes Wort über die Arbeit der Mitarbeiter. Das heißt nicht, dass Fehler niemals kommuniziert werden dürfen, immerhin sind sie, wie wir nun wissen, wichtig zur Weiterentwicklung des Teams. Die Art wie wir über „Fehltritte“ sprechen, muss sich jedoch grundlegend ändern. Dabei muss vermittelt werden, dass eine Entscheidung zu treffen besser ist, als keine Entscheidung zu treffen

Ganz ohne Struktur geht es nicht

Flexible Arbeitszeiten, Home-Office, Urlaub nach eigenem Ermessen – klingt erst einmal super, oder? Damit New Work aber nicht in einem unproduktiven Chaos mündet, muss der Strukturwandel  entsprechend vorbereitet werden. Das heißt so ganz ohne Struktur läuft es dann doch nicht. Denn eine sehr gute Organisation und vor allem Selbstorganisation sind für die neue Arbeitswelt zwingend. Damit Mitarbeiter alte Strukturen loslassen und sich neue etablieren können benötigen sie eines: Zeit.

Deswegen steht eines jedenfalls fest: Neue Strukturen lassen sich nicht einfach wie eine APP installieren. Damit kreative Autonomie funktioniert braucht es Organisation, Zeit, Geduld und etwas gesunden Menschenverstand ;).

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